INTERNATIONAL SUMMER FESTIVAL 2026

Von 25. bis 28. Juni 2026 findet – wieder im Gartenbereich des Wiener Metropol – mein sechstes INTERNATIONAL OPEN AIR SUMMER FESTIVAL of THE STORY OF JAZZ statt. Heuer lautet das Motto: „The Austrian High Flight“. Das Jazz-Festival wird zeigen, wie Österreich einen Spitzenplatz im internationalen Jazz-Geschehen errang. Es rundet damit die in der Saison 2025/26 gespielten „Fabulous High Flights“ mit einer Ehrung der Persönlichkeiten und Institutionen, die wesentlich zur Entwicklung des Jazz in Österreich beigetragen haben, ab.

Die unten stehenden Porträts der heuer angesagten Musikerinnen und Musiker werden laufend ergänzt.

An 4 Spieltagen geben 12 Bands, zusammengestellt aus mehr als 16 international tätigen Musikerinnen und Musikern an die 100 Meisterstücke zum Besten, die typisch für die Entwicklung des Jazz in Österreich sind. Besonderes Augenmerk widmen die heuer vorwiegend aus Österreich und den USA, aber auch aus Ungarn, Deutschland und Neuseeland kommenden Protagonistinnen und Protagonisten aller Altersklassen – von Newcomern bis zu „Giants of the Scene“ – den Giganten des österreichischen Jazz wie Hans Koller (Tenorsaxophon), Fatty George (Klarinette), Oscar Klein (Trompete), Erich Kleinschuster (Posaune), Joe Zawinul (Klavier), Rudolf Hansen (Bass), Erich Kleinschuster (Schlagzeug) und vielen nicht minder großen auf eben diesen Instrumenten. Es ist mir eine besondere Freude und Ehre, Elly Wright, „Austria’s Grande Dame of Vocal Jazz“, ankündigen zu dürfen: sie kann auch in hohem Altern authentisch den österreichischen Jazz-Höhenflug reflektieren.

Musicians Announced

Howard Curtis (USA) – drums

Howard Curtis (drums), by Martin Weber, 2022

Der Afro-Amerikaner Howard Curtis gehört de facto zu den Stammgästen bei den INTERNATIONAL OPEN AIR SUMMER FESTIVALs der STORY OF JAZZ, begeisterte schon 2022, 2023, 2024 und 2025 und stellt auch heuer wieder seine ganze rhythmische Schaffenskraft in den Dienst der Sache. In seiner mehr als 30-jährige Karriere als Drummer, Perkussionist und Dozent hat Howard Curtis mit Stars wie Dave Liebman, Bob Mintzer, Joe Locke, Barry Harris, John Abercrombie, Jimmy Heath, Lionel Hampton und Kirk Lightsey gearbeitet und ist auf Jazz- und Musik-Festivals in aller Welt aufgetreten, inklusive Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kroatien, Russland, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, der Türkei – und eben auch Österreich. Zwischen 2006 und 2021 wirkte Howard Curtis als ordentlicher Professor an der Kunstuniversität Graz und trug damit wesentlich Entwicklung des heute in Österrech gespielten Jazz bei. Howard Curtis wird am ersten Festival-Tag am Schlagzeug sitzen und eindrucksvoll Österreichs erste Begegnungen mit Black American Music demonstrieren.

Connor Gentry (NZL) – trombone

Connor Gentry (trombone), by unknown photographer

Connor Gentry ist ein neuseeländischer Posaunist, der zu den vielversprechendsten jungen Jazzmusikern seines Landes zählt. Er begann sein Studium an der New Zealand School of Music (heute Victoria University of Wellington) und schloss es mit einem Bachelor in Jazz Performance mit Auszeichnung und einem Nebenfach in Jazzkomposition ab. 2023 zog er nach Graz, um an der Kunstuniversität Graz ein Master-Studium zu absolvieren. Von Graz aus hat sich Connor bereits einen Namen in der Jazzszene gemacht. Er spielte unter anderem mit dem JM Jazz World Orchestra, dem Croatian Radio and Television Jazz Orchestra und Eddie Luis‘ Sunshine Orchestra. Einer seiner Professoren, der meisterhafte Luis Bonilla aus den USA, der selbst THE STORY OF JAZZ bereichern sollte, aber verhindert ist, hat den jungen Musiker als seinen Ersatz nominiert. Connor Gentry wird am ersten Festival-Tag in typischen Line-Ups die Etablierung des Jazz in Österreich bis 1945 zeigen.

Mario Gonzi (AUT) – drums

Mario Gonzi (drums), by Rainer Ortag, jazzreportagen.com, 2024

Mario Gonzi zählt zur Crème de la Crème österreichischer Drummer. Er spielt seit seinem fünften Lebensjahr Schlagzeug und begann bereits 1979 (mit dreizehn Jahren!) sein Studium am Wiener Konservatorium bei Erich Bachträgl. Ab 1982 trat er mit Jazz-Legenden wie Eddie „Lockjaw” Davis, Benny Golson, Johnny Griffin, Phil Woods, Jesse Davis, Red Holloway, Charly Rouse, Sal Nistico, Scott Hamilton, Harry Allen, Eric Alexander, Allan Praskin, Clark Terry, Jon Faddis, Dusko Gojkovic, Randy Brecker, Bob Brookmayer, Jim Galloway, Cedar Walton, Mal Waldron, Jay McShann, Richie Beirach, Don Friedman, Cyrus Chestnut, Kenny Werner, Emily Remler, Roberta Gambarini, Sheila Jordan und Catarina Valente auf, um nur einen Bruchteil seiner unglaublichen Engagements zu nennen. Seine Zusammenarbeit mit östereichischen bzw. in Österreich sesshaften Stars wie Fritz Pauer, Jimmy Woode, Carl Ratzer, Marianne Mendt, Harry Sokal, Art Farmer und vielen mehr prädistiniert ihn in besonderer Weise, einen essentiellen Beitrag zum diesjährigen INTERNATIONAL OPEN AIR SUMMER FESTIVAL zu leisten.

Mario Gonzi ist Universitätsprofessor und unterrichtet in Österreich, Deutschland und der Schweiz, unter anderem an der Kunstuniversität Graz, dem Kärntner Landeskonservatorium und der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien. Mit seiner beeinduckenden Historie und als mit dem Hans-Koller-Preis „Sideman des Jahres 2001” ausgezeichneter Musiker repräsentiert Gonzi die Elite der österreichischen Jazz-Exporte. Er wird den Jazz-Hype in Österreich nach dem 2. Weltkrieg am zweiten (Fr., 26. Juni) und die innige Freundschaft zwischen österreichischen und insbesondere amerikanischen Musikerinnen und Musikern am vierten (28. Juni) Festivaltag zu Gehör bringen.

Manfred Holzhacker (AUT) – trumpet, flugelhorn

Manfred Holzhacker (trumpet, flugelhorn), by Martin Weber

Im April 2025 hat er spontan zur Foto- und zur anschließenden Jam-Session bei THE STORY OF JAZZ – A Great Day In Harlem zugesagt. Und auch jetzt hat er sich auf meine Anfrage sofort und unprätentiös entschieden, am dritten Tag des 6th INTERNATIONAL OPEN AIR SUMMER FESTIVALs, dem Samstag, 27. Juni 2026, aufzutreten. Die Rede ist von Manfred Holzhacker, der auf Trompete und Flügelhorn zeigen wird, wie vorwiegend in den 1970er- und 1980er-Jahren Jazz im österreichischen Radio und Fernsehen präsent war, wie sich seit 1965 in Österreich eine Unterrichts- und Univeritätskultur für Jazz entwickelt hat, die Weltruhm erlangt hat, und bei welchen Jazz-Legenden die Herren Gulda und Zawinul österreichische Musikalität verankern konnten.

Manfred Holzhacker debüttierte 1990 im Österreichischen Jazzjugendorchester, eröffnete 1991 als Mitglied der JAM-Big Band die Wiener Festwochen und die Seefestspiele Mörbisch, um außerdem im selben Jahr und auch 1992 und 1995 beim Jazzfest Wien mitzuwirken. Die Zeit von 1991 bis 2004 gestaltete er fix beim Orchester der Vereinigten Bühnen Wien, fand aber auch noch Zeit, an diversen Jazzfestivals teilzunehmen, darunter dem Jazz Jamboree Warschau, mehrere Male in Wiesen, weiters bei „Jazz over Villach“, in Waidhofen und beim Inntönefestival. Dabei und als Studiomusiker für diverse ORF Produktionen lernte er internationale Stars wie Bill Ramsey, Catarina Valente, Roberto Blanco, Pete und Conte Candoli, Bill Holman und Don Menza kennen und schätzen, ebenso österreichische wie Marianne Mendt, Christian Kolonovits, Ines Reiger, Teddy Ehrenreich oder Heinz Czadek sowie die unvergleichliche amerikanisch-österreichische Sängerin Carole Alston, deren Teilnahme an diesem Jazzfestival hoch erwünscht, aber aus orgnisatorischen Gründen leider nicht möglich war.

Thomas Huber (AUT) – clarinet, saxes, flute

Thomas Huber (clarinet, saxes, flute), by Thomas Huber

Der 1955 in Pruggern in der Steiermark geborene Thomas Huber begeisterte sich seit seiner Kindheit für Musik, was ihn bewog, neben anderen großen Interessen von 1980 bis 1986 ein Studium für Jazz-Saxophon und Jazz-Theorie am Konservatorium der Stadt Wien zu absolvieren. Schon 1983 begann er, im Orchester des Theaters an der Wien zu spielen und gehörte dann knapp 40 Jahre dem Orchester der Vereinigten Bühnen Wien an. Hier brachte der zum Multiimstrumentalisten avancierte Saxophonist in mehr als 35 Produktionen Instrumente wie Sopran-, Alt-, Tenor- und Baritonsaxophon, verschiedene Flöten von der Piccolo- bis zu Tin-Whistle Bambusflöten und neben der B-Klarinette auch die Bass- und Kontraaltklarinette zum Klingen. Von 1989 bis 2020 wirkte der auch als Komponist für Big Bands und kleinere Jazzensembles Tätige als Dozent für Jazzsaxophon und Jazz-Arrangement an der MUK (Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien), wobei er 5 Jahre lang die Jazzabteilung des Konservatoriums leitete. Neben einem eigenen Jazzquintett, der Thomas Huber Jazz Connection, arbeitete Huber auch mit amerikanischen Stars wie Ray Charles und Bobby Shew.

Besonders erfreulich ist, dass Thomas Huber am dritten Festival-Tag, dem Samstag, 27. Juni, seine persönlichen Erinnerungen mit dem zu ehrenden Joe Zawinul und mehreren die österreichische Jazz-Szene prägenden Glanzlichtern wie Marianne Mendt, Ines Reiger, die Richard Österreicher Bigband und die Vienna Big Band Machine in Spiel bringen kann. Stilistisch wird er auf mehreren Instrumenten so gut wie alles von Traditional Jazz über Swing und Bossa bis zu Rockjazz und Fusion abdecken.

Uli Langthaler (AUT) – double bass

Uli Langthaler (double bass), by unknown photographer

Mit Uli Langthaler beehrt ein Bassist und Pädagoge das 6th INTERNATIONAL OPEN AIR SUMMER FESTVAL der STORY OF JAZZ, der als typisches Bindeglied zwischen den Nachkriegs-Jazzveteranen und den jüngsten zwei Jazz-Generationen angesehen werden darf. Er studierte Jazzbass am Konservatorium der Stadt Wien (MUK Wien, Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien) bei Rudolf Hansen, der seine reiche Erfahrung aus den Orchestern von Horst Winter und Johannes Fehring und aus seiner Zusammenarbeit mit den Saxophonisten Hans Salomon und Karl Drewo, dem Pianisten Joe Zawinul und dem Schlagzeuger Viktor Plasil in den Austrian Allstars an Langthaler weitergab. Das befähigte Uli Langthaler, sich bei der lebenden Gitarrenlegende Karl Ratzer, in der Vienna Big Band Machine, der Leo Wright Legacy, der Richard Österreicher Big Band und den New Austrian Allstars zu profilieren. 1990 stieg Uli Langthaler selbst in die Lehrtätigkeit ein: er unterrichtete am MUK Wien und am Landeskonservatorium Klagenfurt, um „nebenbei“ mit Jazzlegenden wie Billy Harper, Mike Stern, Jimmy Cobb, Dusko Goykovich zu arbeiten und mehrere Studienaufenthalte bei Ron Carter und Buster Williams in New York zu absolvieren. Mit österreichischen Jazzlegenden, nämlich dem Saxophonisten Heinz von Hermann, dem Schlagzeuger Erich Bachträgl und dem Weltstar Joe Zawinul, knüpfte er erneut an die glorreiche Vergangenheit an.

Wenn sich heute österreichische Jazzgrößen wie Thomas Gansch, Robert Bachner, Herwig Gradischnig und Julia Siedl Uli Langthaler in ihre Bands holen, zeigt das, wie sehr der Erfahrungsschatz des Bassisten begehrt ist. Und ebenso ist er es für das 6th INTERNATIONAL OPEN AIR SUMMER FESTVAL, weil er wie kein anderer authentisch den Höhenflug des österreichischen Jazz in der zweiten Hälfte des 20 Jahrhunderts demonstrieren kann – zu hören am zweiten und dritten Festivaltag (26. & 27. Juni).

Dávid László Marsall (HUN) – clarinet, tenor saxophone

Dávid László Marsall (clarinette, baritone saxophone), by unknown photographer

Kaum jemand anderer als der ungarische Klarinettist und Saxophonist Dávid László Marsall könnte besser geeignet sein, die frühen Stadien des Jazz in Österreich naturgetreu wiederzugeben. Dávid László Marsall kann ein Diplom als klassischer Klarinettist und Musiklehrer der Budapester Franz Liszt Musikakademie vorweisen und hat fast 25 Jahre Erfahrung als freiberuflicher Saxophonist, Klarinettist und Arrangeur in verschiedenen Jazz- und Bluesorchestern gesammelt. Bei seinen Auftritten auf zahlreichen Bühnen Europas und der Welt hat er mehrere Preise im Bereich des „Hot Jazz“ gewonnen, was ihn zu einem überaus begehrten Mitglied in diversen Wiener (Oldtime-)Jazzbands macht. Der Klarinettensound der Roaring Twenties und des Swing der 1930er-Jahre sowie die „Two Sounds“ – hot & cool – von Fatty George sind David buchstäblich auf den Leib geschnitten. Darüber hinaus wird er am Tenorsaxophon zeigen, wie unter dem Nazi-Regime heimlich und in höchster Gefahr – unter anderem vom Heimaturlauber Hans Koller, quasi dem Urvater von „Jazz in Österreich“ – Jazz gespielt wurde. Die Auftritte von Dávid László Marsall werden sich auf zwei Tage, nämlich Do., 25. Juni, und Freitag, 26. Juni, aufteilen.

Andy Middleton (USA/AUT) – tenor & soprano saxophone

Andy Middleton (tenor & soprano saxophone), by unknown photographer

Andy Middleton ist ein phänomenaler amerikanischer Tenor- und Sopransaxophonist, der gleich mehrere Aspekte des heurigen INTERNATIONAL OPEN AIR SUMMER FESTIVAL’s verkörpert. Zuerst einmal zählt er zu den US-Jazzgrößen, die ausgehend vom Geburtsland des Jazz mit einer Vielzahl an Jazzlegenden gearbeitet haben, darunter Lionel Hampton, Dave Holland, Kenny Wheeler, Bill Evans, Sheila Cooper, Bob Mintzer, Randy Brecker, Billy Hart und Maria Scheider. Zweitens gehört er zu jenen amerikanischen Freunden, die so wie Art Farmer, Leo Wright oder Wayne Darling in Wien – seit 2006 – eine zweite Heimat gefunden haben. Drittens lernte er in Wien Pioniere des österreichischen Nachkriegs-Jazz wie Richard Österreicher, Erich Kleinschuster und Hans Salomon kennen und schätzen. Insbesondere seine Zusammenarbeit mit Fritz Pauer hinterließ einen bleibenden Eindruck, dem Pianisten, von dem Andy Middleton sagt: „In my opinion he is, after Zawinul, THE Austrian jazz musician.“ Und last, but not least, ist der Saxophonist, Komponist und Arrangeur Professor an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK), wo er seine Musikaliät und seine Erfahrung an die nächsten Jazz-Generationen weitergibt.

Andy Middleton wird am zweiten Festivaltag (26. Juni) die Story von Hans Koller, des ersten österreichischen Jazzmusikers, der weltweit volle Anerkennung fand, erzählen und die Bands, die in den 1950er-Jahren Geschichte geschrieben haben, darunter der Hot Club Vienna, das Horst Winter Tanzorchester und die Austrian Allstars, zu neuem Leben erwecken.

Daniel Nösig (AUT) – trumpet

Daniel Nösig (trumpet), by Jože Požrl

Mit Daniel Nösig kommt ein Trompeter zum diesjährigen INTERNATIONAL OPEN AIR SUMMER FESTIVAL, der sein musikalisches Wirken komplett dem Genre Jazz widmet. Thomas Gansch, der vielleicht vielseitigste, meistbekannte und erfolgreichste österreichische Trompeter, spricht in den höchsten Tönen von Daniel Nösig und sagt von ihm : „He’s a REAL jazz cat!“ und „He is a world class colleague!“ Kollege? Ja, denn beide unterrichten am JAM MUSIC LAB, der Privatuniversität für Jazz und Populärmusik in Wien. Darüber hinaus war Daniel Nösig von 2011 bis 2019 Lehrbeauftragter für Jazztrompete am Landeskonservatorium Kärnten und von 2024 bis 2025 Gastprofessor für Jazztrompete an der Kunstuniversität Graz (KUG). Seit 2019 ist er Professor für Jazztrompete an der Gustav Mahler Privatuniversität für Musik in Klagenfurt. Ein derart intensives musikpädagogisches Engagement gelingt nur einem, der international und national Erfahrung gesammelt hat. Bei Daniel Nösig war dies unter anderem bei dem in Österreich bestens bekannten amerikanischen Trompeter Lee Harper, dem Vienna Art Orchestra und dem Upper Austrian Jazz Orchestra sowie bei Fritz Pauer.

Daniel Nösig kommt am zweiten Tag (26. Juni) zum INTERNATIONAL OPEN AIR SUMMER FESTIVAL, um erstens bei der Reminiszenz an Fatty George die Rolle von Oskar Klein zu beleuchten, zweitens die Hans Koller Story mit Trompetenklängen zu bereichern und um drittens den Weg österreichischer Jazz-Pioniere vom Hot Club Vienna bis zu den Austrian Allstars zu begleiten.

Chris Parker (USA) – drums

Chris Parker (drums), by Ario Omidvar, 2024

Mit Chris Parker ist das Schlagzeug am ersten und dritten Festival-Tag fest in US-amerikanischer Hand. Am ersten Tag löst er Howard Curtis nach dem zweiten Set ab, am dritten bestreitet er den Aband zur Gänze. Chris Parker ist ein Multiinstrumentalist und Musikpädagoge aus Indiana, USA, der derzeit seinen Master in Jazzmusik an der Kunstuniversität Graz macht und in Wien als freiberuflicher Musiker und Privatlehrer arbeitet. Während seiner Zeit in New York City und Indiana trat er mit Größen wie Randy Brecker, Chris Potter, Rich Perry, Tim Armacost Jamey Aebersold, Frank Glover, Jim Snidero, Rob Dixon sowie im Glenn Miller Orchestra auf oder nahm Alben mit diesen und einigen mehr auf. Im Frühjahr 2022 erhielt er seinen Bachelor of Music in Jazz Studies von der Indiana University Jacobs School of Music.

An Parkers einfühlsamer Spielweise erkennt man, dass der noch junge Musiker neben dem Schlagzeug verschiedene andere Instrumente studierte, darunter Euphonium/Posaune, Bass, Saxophon und Gitarre. Damit war er ein hoch willkommener Newcomer bei THE STORY OF JAZZ 2025, wo es unter anderem darum ging, sich ohne groß angelegte Probenarbeit rasch auf unterschiedlichste Stilrichtungen, Mitmusikerinnen und Mitmusiker einzulassen. Speziell an seinem zweiten Auftrittstag, dem Samstag, wird Chris beweisen, dass er einen riesigen Bogen von Dixieland über Swing, Bebop, Hard Bop und Bossa Nova bis zu modalem Jazz, Rockjazz und Fusion spannen kann.

Jerry Pfister (USA/AUT) – trumpet

Jerry Pfister (trumpet), by unknown photographer

Oldtime Jazz ist seine große Leiodenschaft. Fokusiert, aber nicht puristisch spielt der Trompeter Jerry Pfister alle Nuancen des traditionellen Jazz – New Orleans Jazz, Dixieland, Chicago Jazz – seit vielen Jahrzehnten in eigenen und von anderen organisierten Wiener Bands, etwa den Jerry Pfisters Wienerwald Dixielanders, Jerry’s Dixie Gang, der V.S.O.P. Jazzband, den Vienna Jazz Serenaders, den Blue Note Six und dem Royal Flush Orchestra. Besonders gut versteht er sich mit dem Klarinettisten und Saxophonisten Dávid László Marsall, mit dem er unter anderem in dessen „Swingers“, den Riverboat Jazzmen und dem Marsall – Pfister – Scherrer Project auftritt. Am ersten Festivaltag, dem 25. Juni, werden die beiden ihre Verbundenheit zeigen, wenn es um die Roaring Twenties und Thirties in Österreich geht.

Gerald „Jerry“ Pfister wurde 1953 in Eugene (Oregon, USA) geboren. Schon mit 4 Jahren stand er auf der Bühne und steppte. Mit 8 Jahren lernte er die Trompete kennen. Schritt für Schritt, Jahr für Jahr entwickelte er sich weiter. Mit 13 Jahren hatte er schon 16 junge Trompetenschüler, die wöchentlich bei ihm Unterricht bekamen. 1976 promovierte er in Boulder (Colörado) mit dem Bachelor of Music Education Degree, um 1979 in Wien weiter zu studieren. Seit 1981 ist Österreich seine Wahlheimat, wo er 1981 – 1987 als Solotrompeter am Wiener Raimund-Theater und 1987 – 2009 bei den Vereinigten Bühnen Wien arbeitete. Neben seinen vielfältigen Live-Auftritten ist Jerry Dozent für Trompete bei der Internationalen Sommerakademie Lilienfeld und Lehrbeauftragter für Trompete an der Musikschule Laabental.

Kurt Prohaska (AUT) – piano, musical direction

Kurt Prohaska (piano), by Martin Weber, 2022

Mit meinem heurigen INTERNATIONAL OPEN AIR SUMMER FESTIVAL im Rahmen der Konzertserie THE STORY OF JAZZ schlüpfe ich, Kurt Prohaska, zum sechsten Mal in die Kombi-Rolle des Impresarios, des musikalischen Leiters, des Festival-Pianisten und des Story Tellers. Getreu dem Motto „Fabulous High Flights“ der Spielsaison 2025/26 gilt es, die vier während des Jahres bereits thematisierten Höhenflüge im Jazz-Geschehen mit einem ganz besonderen zu krönen – dem „Austrian High Flight“. Wie Österreich Jazzmusik in sich aufsog, sie kreativ umsetzte, selbst Jazzlegenden hervorbrachte und zu einem hoch geschätzten Partner auf dem internationalen Jazzpodium wurde, das soll die große, 4 Tage dauernde Geschichte des 6th INTERNATIONAL OPEN AIR SUMMER FESTIVALs werden.

Als Impresario und musikalischer Leiter des Jazzfestivals will ich Große mit Großen ehren. Große gab es im österreichischen Jazz viele: beispielsweise Bobby Sax, Ferry Wunsch, Charlie Gaudriot, Jeff Palme, Ernst Landl vor dem 2. Weltkrieg; dann Pioniere wie Hans Koller, Fatty George, Oskar Klein, Horst Winter oder Viktor Plasil nach 1945. Mit Friedrich Gulda, Joe Zawinul und Fritz Paur traten drei phänomenale Pianisten ins internationale Rampenlicht, und mit Erich Kleinschuster und Erich Bachträgel startete in Österreich universitäre Jazz-Ausbildung auf höchstem Niveau. Dazu kamen die vielen Jazzgrößen aus den USA, die liebend gerne in Österreich auftraten und hier teilweise eine zweite Heimat fanden, darunter Louis Armstrong, Ella Fitzgerald, Sidney Bechet, Lionel Hampton, Art Farmer und Leo Wright. Sie alle sind bereits von uns gegangen, aber sie haben ein Erbe hinterlassen, das von großen zeitgenössischen Musikerinnen und Musikern gepflegt und weitergegeben wird. Es ist mir gelungen, eine ganze Menge davon für die Teilnahme am heurigen Jazzfestival zu gewinnen – siehe die Portäts auf dieser Festivalseite. Eine ganz besondere Ehre ist es mir, die Grande Dame des Jazzgesangs in Österreich auf der Bühne begrüßen zu dürfen: The one and only Elly Wright!

Als Festival-Pianist werde ich mich bemühen, die an die 20 Solistinnen und Solisten des Festivals dabei zu unterstützen, Ihre Reminiszenzen bestmöglich klingen zu lassen. Und selbst will ich versuchen, den historischen österreichischen Pianisten mit größter Ehrfurcht und tiefem Respekt die Ehre zu erweisen. Als Story Teller werde ich die gesamte Entwicklung des Jazz in Österreich – vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur Jetztzeit – in Worten dokumentieren.

Emil Scheib (GER) – tuba

Emil Scheib (tuba), by unknown photographer

Emil Scheib ist ein blutjunges Jazz-Talent aus Deutschland, das uns ein bei THE STORY OF JAZZ bisher noch nie gehörtes Instrument vorstellen wird: die Tuba. Die Tuba ist das tiefste aller Blechblasinstrumente. Im Jazz nahm sie bis etwa 1925 die Bassrolle ein, bevor sie vom Kontrabass abgelöst wurde. Dann schien sie in Vergessenheit zu geraten, bis sie dank Miles Davis und Gil Evans in deren Projekten, darunter den „Birth of the Cool“-Sessions in Person des Tubisten Bill Barber ein phänomenales Comeback feierte. Den Tubisten Howard Johnson und Bob Stewart ist es zu verdanken, die Tuba vom reinen Bläserbass zum anerkannten Soloinstrument entwickelt zu haben.

In Wien lebt und arbeitet ebenfalls ein ganz Großer der Tuba: Jon Sass. Er war es, der seinen Schüler Emil Scheib für das INTERNATIONAL OPEN AIR SUMMER FESTIVAL 2026 empfohlen hat. Emil begann schon mit 8 Jahren, in seiner Heimatstadt Berlin Tuba zu spielen. Bereits während seiner Schulzeit schaffte er es in diverse Jugend-Jazzorchester und Bigbands in Deutschland, darunter das renommierte Berlin Jazz Composers Orchestra „JayJayBeCe“ (kurz JJBC). Seit Oktober 2025 studiert Emil Scheib an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien Instrumentalpädagogik und Basstuba und spielt seitdem in der Philharmonie Wien und im Sinfonischen Orchester der Uni Wien.

Der Premierentag des Jazz-Festivals, also der 25. Juni 2026, wird unter anderem die so ziemlich erste authentische Begegnung Österreichs mit Black American Music im Jahr 1920 zeigen und dabei des legendären Auftritts des Southern Syncopated Orchestra’s im Wiener Prater gedenken. Dafür und für Einiges wird mehr die Tuba in den Händen von Emil Scheib eine fundamentale Rolle spielen.

Stefanie Semeniuc (ROU) – vocal

Stefanie Semeniuc (vocal), by Akos Burg

Stefanie Semeniuc ist ein junges Gesangstalent aus Rumänien, von der man noch Einiges hören wird. Die jetzt 27-jährige Jazzsängerin und Komponistin studiert derzeit an der Musik und Kunst Universität Wien (MUK), kann aber auch schon auf Konzerte in New York und eine Zusammenarbeit mit der mehrfach Grammy-nominierten Jazzmeia Horn verweisen. Ihre Musik verbindet modernen Jazz, Swing und persönliches Storytelling mit emotionaler Tiefe und etabliert sie zunehmend als vielversprechende Stimme der österreichischen und europäischen Jazzszene.
Musikalisch geprägt wurde sie von Jazzlegenden wie Ella Fitzgerald, Anita O’Day und Carmen McRae.

Ihren Auftritt beim 6th INTERNATIONAL OPEN AIR SUMMER FESTIVAL der STORY OF JAZZ hat Stefanie Semeniuc der österreichischen Jazzlegende Elly Wright zu verdanken, die als Austria’s Grande Dame of Vocal Jazz am Sonntag, 28. Juni, den Festival-Höhepunkt setzen wird. Elly Wright möchte ihre vielversprechende Studentin vorstellen, ihr für mehrere Stücke den musikalischen Ball zuspielen und einige Lieder mit ihr im Duett singen.

Peter Strutzenberger (AUT) – double bass

Peter Strutzenberger (double bass), by Johannes Wahl

„Strutzi“ wird er von Freunden und Fans liebevoll genannt – das ist Peter Strutzenberger, der Mann am Bass, den wir am ersten Tag (25. Juni) und am letzten Tag (28. Juni) des INTERNATIONAL OPEN AIR SUMMER FESTIVALs zu hören bekommen. Nicht zu Unrecht wird Peter Strutzenberger als einer der besten Bassisten des Landes bezeichnet. Schon in früher Kindheit begann er zu musizieren. Nach ersten Gehversuchen mit verschiedenen Bands studierte er am Franz Schubert Konservatorium und der heutigen Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien Jazz-Bass, Instrumental- und Gesangspädagogik und Filmmusik. Seit vielen Jahren tourt er mit verschiedenen Acts um die ganze Welt, spielte in verschieden Theaterproduktionen und arbeitet als Studiomusiker und Produzent.

Sein Markenzeichen ist eine möglichst große Palette an Stilen und Spieltechniken von der Klassik bis zum Jazz. Seine besondere Liebe dabei gilt der Erforschung und neuer Entdeckung alter Stile des Jazz und Blues. So ist Peter Strutzenberger die Idealbesetzung für die Festival-Eröffnung, wenn gezeigt wird, wie sich die American Music der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Österreich etablierte. Und ebenso ist er es für das Festival-Finale, weil der Bassist, der in Jazz-Clubs, bei Festivals und auf Theaterbühnen omnipräsent ist, in der innerösterreichischen Jazz-Szene in Urgesteinen wie Oscar Klein, der Storyville Jazzband oder Karl Ratzer, um nur einige zu nennen, und unter den Besuchen internationaler Stars wie Red Holoway, Howard Alden oder Duke Heitger „Just Friends“ gefunden hat.

Elly Wright (AUT) – vocal

Elly Wright (vocal), by unknown photographer

Sie trägt das goldene Ehrenzeichen um die Verdienste der Republik Österreich, hat als Gesangspädagogin und Mentorin die Entwicklung einiger österreichischer Jazzsängerinnen maßgeblich mitgeprägt und steht mit 85 als Vokalistin immer noch selbst auf der Bühne. Die Rede ist von Elly Wright, die unter anderem zusammen mit ihrem Mann, dem US-amerikanischen Saxophonisten Leo Wright, maßgeblich zur Entwicklung der Jazz-Szene in Österreich beigetragen hat. Es ist mir eine große Ehre, Austria’s Grande Dame of Vocal Jazz beim 6th INTERNATIONAL OPEN AIR SUMMER FESTIVAL der Konzertserie THE STORY OF JAZZ begrüßen zu dürfen.

Elly Wright erlebte im Wien der 1950-er Jahre den Jazz-Boom nach dem 2. Weltkrieg, erhielt ihre erste Ausbildung als Tänzerin und tourte als solche durch Europa und die USA. Nach einer Gesangsausbildung wurde sie Mitglied der Band ihres Gatten Leo Wright, mit dem sie 1982 nach Wien zog. In den 80-er Jahren unterrichtete Elly am Schubert Konservatorium in Wien und gab Vocal-Workshops in ganz Europa, wobei sie mit Jazzgrößen wie dem Drummer Ed Thigpen, dem Trompeter Lee Harper und dem Saxophonisten Heinz v. Hermann arbeitete, um nur einige zu nennen. 2008 feierte Elly 50 Jahre Showbusiness mit ihrer CD „Jubilee“, 2017 veröffentlichte sie ihre Biografie “Swing Lady Swing“. Mit Heinz v. Hermann und dem Posaunisten Heinz Czadek gedenkt sie jährlich im Wiener Jazzland musikalisch ihres leider bereits 1991 verstorbenen Gatten Leo Wright.

Elly Wright hat sich für den Festival-Höhepunkt, das am Sonntag, 28. Juni, stattfindende Finale, angesagt. Keine könnte einen tieferen Einblick in den Jazz, der in Österreichs Clubs, Lokalen, Konzertsälen und auf Festivals gespielt wurde, geben. Außerdem hat Elly versprochen, eine ihrer besten jungen Schülerinnen für ein paar Gesangseinlagen mitzubringen. Man darf gespannt sein!

Philip Yaeger (USA/AUT) – trombone

Philip Yaeger (trombone), by Georg Cizek-Graf

Die Liste US-amerikanischer Musiker, die in Österreich eine zweite Heimat gefunden haben und hier leidenschaftlich gerne leben, auftreten, komponieren, arrangieren und größtenteils auch unterrichten, ist lang. Dazu gehört auch der Posaunist Philip Yaeger, der beim Festival-Finale am Sonntag, 28. Juni, auftreten wird.

Philip Yaeger lernte die Grundlagen der Musik im Elternhaus und entdeckte mit 14 den Jazz. Nach seinem Bachelor-Studium an der William Paterson University in New Jersey zog er nach New York City – direkt in den Dunstkreis der experimentierfreudigen „Downtown-Szene“ der späten 90er/frühen 2000er-Jahre. Er stürzte sich in die freie Szene und tourte zwischenzeitlich quer durch die USA und Kanada. Im Jahre 2004 führte ihn das Verlangen nach neuen Perspektiven nach Österreich. Er absolvierte ein Masterstudium an der Kunstuniversität Graz, unter anderem bei Ed Neumeister, der 2023 Very Special Guest beim INTERNATIONAL OPEN AIR SUMMER FESTIVAL war. 2009 zog Phil nach Wien, schrieb das erste von zahlreichen Konzertprogrammen für das Jazzorchester Vorarlberg und trat der legendären Wiener Balkan-Band „Fatima Spar and the Freedom Fries“ bei, mit der er die nächsten 10 Jahre in ganz Europa und in der Türkei spielte. 2017 veröffentlichte er sein erstes Album unter eigenem Namen „Hunter“.

Public Voices 2025

„Wie jedes Jahr ein begeisternder Ohrenschmaus.“

„Danke Kurt, es war einmalig. Wenn es nicht schon 22 Uhr gewesen wäre, hätten wir noch länger applaudiert!“

„Habe selbst den tollen Anfang und das fulminante Ende miterlebt, aber auch das Dazwischen war (aus verlässlicher Quelle) Spitze!“

„War ein grossartige Abend gestern! Bis Sonntag!“

„Ein wunderbares Festival, das diesmal von 3 auf 4 Tage erweitert wurde und wunderbaren Jazz, wie ich ihn in meiner Jugendzeit erlebt und geliebt habe, bringt. Esther Miller konnte als Sängerin in den Rollen von Ella, Billie und Carmen gewonnen werden und erfüllte diese perfekt.“

„Vielen Dank für den tollen Abend!! Wir freuen uns auf ein baldiges Wieder(sehen/hören)!“

„War ein wunderbarer Abend wie toller Abschluss!! Danke.“